Kreismuseum Sokolov
Das Kreismuseum Sokolov (Falkenau) betreibt umfangreiche Sammel-, Dokumentations-, wissenschaftliche und kulturelle Tätigkeit und unterhält für die Öffentlichkeit drei historische Objekte mit ständigen Museumsexpositionen.
Schloss Sokolov
Die erste schriftliche Erwähnung von Sokolov stammt aus dem Jahr 1279. Die ursprüngliche Ringfestung wurde nach und nach im Stil von Gotik und Renaissance zu einer Burg mit fast quadratischem Grundriss mit Ecktürmen umgebaut, die 1622 das Geschlecht der Nostitz erwarb, Besitzhalter von Schloss Sokolov bis 1945. 1663 wurde das Objekt barockisiert und 1805 im Stil des Klassizismus umgebaut. Das Museum ist auf das Bergwesen und die anschließenden Produktionen spezialisiert. In der Exposition wird die Natur, die Landesgeschichte und die Geschichte des Erz- und Kohlebergwesens präsentiert. Hier sind Minerale aus der Region, Beispiele von Flora und Fauna, der Entwicklung der Handwerke von der Urzeit bis zur Gegenwart, der Porzellanproduktion, Erzeugnisse aus Spitze, Musikinstrumente usw. zu sehen. Das Museum verfügt über umfangreiche Ausstellungssäle für die Veranstaltung kurzfristiger Ausstellungen.
Bergmuseum Krásno (Schönfeld)
Das Museum erstreckt sich auf dem Raum der historischen Zinngrube Vilém, in der ein Förderturm und das Schachtgebäude, der Maschinenraum, das Gebäude der Werkstätten, die Pforte und die Trafostation erhalten sind. In der ehemaligen Aufbereitungsanlage von Zinnerzen ist eine Dampffördermaschine aus der Grube Marie aus dem Jahr 1897 aus Královské Poøíèí (Königswerth) untergebracht. Hier wird die Geschichte der Förderung von Erz und Kohle vorgestellt, aber auch die Mineralogie und die Geologie des Slavkovský les (Kaiserwald), die mittelalterliche Grube Jeroným in Èistá, die Aufbereitungstechnologie, die Erzlager des Èeský masív – des Böhmischen Massivs - u.ä. Im Maschinenraum der Grube Vilém befindet sich eine ursprüngliche elektrische Fördermaschine der Firma Siemens aus dem Jahr 1942. Hier kann ein Ansichts-Stollen, die Exposition des Grubentransportes, die Ausstellung des Montan-Rettungsdienstes und eine der ältesten Trafostationen bei uns besichtigt werden. Im Areal sind Beispiele des Schienentransportes mit Schienenweite 900 mm, die in den Tagebauen des Falkenauer Beckens eingesetzt wurden, und mit Schienenweite 600 mm installiert, die im Untertagerevier des Slavkovský les benutzt wurden.
Museum Horní Slavkov (Schlaggenwald)
Die Exposition des Museums befindet sich in einem Renaissance-Bürgerhaus. In der Exposition werden die wichtigsten historischen Meilensteine und wichtige menschliche Bereiche der menschlichen Tätigkeit präsentiert, welche die Geschichte der Stadt stark beeinflussten, vor allem der Zinn-, Silber- und Uran-Bergbau mit Beispielen von Erzen und der Montanindustrien aus den verschiedenen Entwicklungsetappen. Die bedeutendsten handwerklichen Produktionen in der Stadt waren das Zinnwesen und die Porzellanproduktion. Ein trauriges Kapitel in der Stadtgeschichte ist ihre bauliche Entwicklung von einer bedeutenden und baufreudigen Renaissance-Bergstadt bis hin zur umfangreichen Devastation ihrer architektonischen Denkmäler in den 50er Jahren des 20. Jh. Teil der Exposition ist die einzigartige bürgerliche schwarze Küche im Erdgeschoss eines Hauses. Drei Ausstellungssäle dienen der Ausrichtung von kurzfristigen Ausstellungen.
Museum Jáchymov
Der Stollen Nr. 1 wurde im Rahmen umfangreicher Erkundungsarbeiten der ehemaligen Jáchymovskými doly (Joachimsthaler Schächte) angelegt. Der Stollenbau begann am 1.7.1952, der Ortsstoß des Stollens wurde am 1.9.1952 in einer Entfernung von 230 m vom Portal erreicht. In einer Entfernung von 178 m vom Portal wurde in südliche Richtung ein Anschlag in einer Länge von ca. 50 m in den Berg getrieben, der den Abbauraum an der Erzader Evangelist aus der Zeit des Abbaus von Buntmetallen zeigt. In einer Entfernung von ca. 190 m vom Portal durchquert der Stollen die Erzader Evangelist. Der Ortsstoß der südlichen Ausrichtungsstrecke wurde am 1.12.1953 erreicht, womit vermutlich die Stollenbauarbeiten abgeschlossen wurden.
Die historischen Objekte zur Absicherung des Stollens gegen die Flucht politischer Häftlinge werden durch zwei Stahlschließgitter – Gatter – im Eingangsteil des Stollens repräsentiert. Hinter dem Gatter aus Gleisen eröffnet sich der Blick in den verlassenen Stollen, im Hintergrund ursprüngliche Versteifung aus den 50er Jahren.
Im Stollen wurde eine neue Bergbaubahn mit einer Spurweite von 600 mm installiert, auf dem Foto rechts ist eine Rinne zum Abführen des Bergbauwassers zu sehen. Beispiel für den Bergbautransport – in Richtung von vorn eine elektrische Grubenhaspel, ein Kippwagen für den Transport des Fördergutes, ein Personenwagen für den Transport der Bergarbeiter, genannt „Pullman“, für 12 Bergmänner und ein Rungenwagen zum Transport von längeren Gegenständen. Im Stollen wurden Beispiele verschiedener Typen von Grubenabsteifungen installiert, die zur Absicherung der Arbeitsplätze im Lockergestein oder an kritischen Stellen dient.
Vom Museum gepachtet sind auch die sog. Mauthausenské schody (Mauthausener Stufen), auf welchen die politischen Häftlinge aus dem Lager Svornost (Eintracht) auf ihrem Weg zur Arbeit entlang gingen, und gleichzeitig auch der Ort dieses ehemaligen Sträflingslagers. An dieser Stelle rechnet man noch mit der Errichtung der Objekte der „Lagerbaracken“ im Stile der 50er Jahre mit einer Ausstellung der „Jáchymovské peklo/ Joachimsthaler Hölle“, die mit dem Bergbau-Freilichtmuseum über die bereits bestehenden Stufen verbunden werden. Das Areal an der Oberfläche des Stollens Nr. 1 wird ähnlich eingezäunt, wie die Oberflächen der Schächte umzäunt waren, einschließlich Wachturm-Nachbauten. Zur Illustration der Absicherung der Bewegung der Häftlinge zwischen dem Lager und dem Schacht wird der Zutrittskorridor vom Lager bei der Grube Svornost (Eintracht) zum Schacht wieder erneuert.
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