Museum Horní Slavkov

Das Museum in Horní Slavkov (Schlaggenwald) ist in dem renovierten Renaissance-Bürgerhaus Konskriptionsnummer 211 in der Straße Pluhova ulice untergebracht. Als Filiale des Kreismuseums Sokolov (Falkenau) wurde es 2001 mit sehr großer Unterstützung seitens der Stadt Horní Slavkov eröffnet. In der ständigen Exposition werden die wesentlichen historischen Meilensteine und die wichtigen Bereiche der menschlichen Tätigkeit präsentiert, welche die Geschichte der Stadt wesentlich beeinflussten.

Von Anfang an sind sie die entscheidende Triebkraft, vor allem später die Förderung von Zinn und später von Wolfram. Die Entwicklung beeinflussten auch die heute zu Unrecht in Vergessenheit geratene Silberförderung und nachfolgend nach dem 2. Weltkrieg auch die Uranförderung. Der Teil Mineralogie und Geologie der Exposition schöpft aus dem Fakt, dass Horní Slavkov mit annähernd 400 beschriebenen Mineralarten zu den reichsten mineralogischen Lokalitäten der Welt zählt. Aus dieser Sicht kann man hier tatsächlich Unikate wie die Minerale Karfolit, Kassiterit, Quarz, Apatit, Fluorit, Fluellit u.a. finden. In der Exposition werden Beispiele der Erze und der Bergindustrie aus den verschiedenen Etappen der historischen Entwicklung gezeigt, vor allem der Bergindustrie aus dem 16. Jh., Grubengeräte, Leuchten und Gegenstände aus dem Bereich Berg-Ethnografie. Die mineralogischen Beispiele und Berg-Denkmäler sind sehr attraktive Museumsexponate.

Die bedeutendsten handwerklichen Fertigungen in der Stadt waren das Zinnwesen und die Porzellanproduktion, die in der ständigen Exposition durch eine Reihe von Produkten und Beispielen präsentiert werden. Die Zinnteller, Kelche und anderen Nutzgegenstände wurden früher auch als das Silber der Armen bezeichnet. In Slavkov war seit 1792 die erste Porzellanmanufaktur in Böhmen in Betrieb, deren Produktion sich unauslöschbar in die Geschichte der Stadt und auch der Weltanalen der Porzellanherstellung einschrieb. In der Exposition werden interessante Beispiele aus der Manufakturproduktion während der vergangenen 210 Jahre präsentiert.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die umliegende Natur, die ein untrennbarer Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Slavkovský les (Kaiserwald) ist und eine ganze Reihe geschützter Arten von Pflanzen und Lebewesen beherbergt, die einzigartige Naturbiotope bewohnen. Interessant sind zum Beispiel der insektenfressende Sonnentau und die Arnika (auch Wohlverleih), die sich im Zeichen des LSG befindet.

Ein trauriges, aber sehr grundsätzliches Kapitel in der Geschichte der Stadt ist ihre bauliche Entwicklung von einer bedeutenden und baufreudigen Renaissance-Bergstadt bis zur weitreichenden Devastation der architektonischen Denkmäler in den 50er Jahren des 20. Jh., die bis zur völlig einmaligen Liquidierung der städtischen Denkmalsreservation führte. In der Exposition werden auch die liquidierten architektonischen Juwelen dieser Stadt gezeigt.

Teil der Exposition ist ebenfalls die einzigartige bürgerliche schwarze Küche im Erdgeschoss des Hauses, in der allerdings der gemauerte Küchenherd unter dem Schornstein fehlt. Sie ist andeutungsweise mit verschiedenen Küchengerätschaften ausgestattet, die seit dem 16. bis in die 1. Hälfte des 20. Jh. benutzt wurden.